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Kunstwerk von Hendrik Hackl im Eingang West

Into the Blue - Art Meets Evolution

21. September 2026

Wenn Plastik aus Öl hergestellt wird und Öl seinen Ursprung in organischem Material aus längst vergangenen Erdzeitaltern hat: Wie viel „Dinosaurier“ steckt dann eigentlich in einem Plastiksaurier?

Mit INTO THE BLUE präsentiert der Mannheimer Künstler Hendrik Hackl auf der Munich Show 2026 eine raumfüllende Kunstinstallation, die Erdgeschichte, Gegenwart und die Folgen unseres Umgangs mit Kunststoff miteinander verbindet. Im Eingang West begegnen sich zwei scheinbar ungleiche „Schwimmer“: das fünf Meter lange Skelett eines Ichthyosauriers und ein 3,70 Meter großes menschliches Skelett. An feinen Metallfäden aufgehängt, schweben sie über einem 13 Meter langen Wasserbecken aufeinander zu. Beide Skulpturen entstanden im 3D-Druckverfahren aus einem Filament, das zu 99,97 Prozent aus recyceltem PET hergestellt wurde. Damit schläg die Installation einen eindrucksvollen Bogen vom Plankton der Jurazeit über die Entstehung von Erdöl bis hin zu Plastik, Mikroplastik und dessen Auswirkungen auf unsere Umwelt. Das Meer wird dabei zum verbindenden Element: Einst war es Lebensraum des Ichthyosauriers und Ursprung allen Lebens – heute sammelt sich darin ein großer Teil des weltweiten Plastikmülls. INTO THE BLUE macht diesen Kreislauf sichtbar und stellt zugleich die Frage, welche Spuren der Mensch im Zeitalter des Anthropozäns hinterlässt.

SCHWIMMEN IN BLAU

Mit SCHWIMMEN IN BLAU rückt der Mensch selbst in den Mittelpunkt. Ein 3,70 Meter langes menschliches Skelett schwebt in der dynamischen Pose eines kraulenden Schwimmers durch den Raum. Die Arbeit beschäftigt sich mit Mikro- und Nanoplastik und damit, dass Kunststoff längst nicht mehr nur in den Ozeanen zu finden ist, sondern auch über Wasser, Luft und Nahrung in unseren Alltag gelangt. Die Installation stellt deshalb bewusst unbequeme Fragen: Wie viel Mikroplastik nehmen wir auf? Welche Folgen hat es für unseren Körper? Aber auch: Welche Spuren hinterlassen wir selbst einmal in der Erdgeschichte?

DER GESCHLOSSENE KREIS

Der fünf Meter lange Ichthyosaurier „Fritz“ erzählt einen Kreislauf, der vor rund 150 Millionen Jahren beginnt. Aus organischem Material vergangener Meere entsteht über geologische Zeiträume Erdöl, daraus später Kunststoff – und aus recycelten PET-Flaschen schließlich wieder ein 3D gedrucktes Skelett eines Dinosauriers. Nach seiner Premiere 2024 in Wien war „Fritz“ noch im selben Jahr erstmals auf der Munich Show zu sehen. Es folgten Präsentationen unter anderem im Museum Natur und Mensch in Freiburg und im Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim. 2025 wurde DER GESCHLOSSENE KREIS mit dem Umweltpreis der Stadt Mannheim ausgezeichnet

DER KÜNSTLER

Hendrik Hackl, Jahrgang 1961, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Mannheim. Seit 1989 beschäftigt er sich in Skulpturen und Installationen mit Fossilien, Meteoriten, Mineralien und Jahrmillionen Erdgeschichte. Seine Arbeiten wurden in Museen, Galerien und auf internationalen Ausstellungen gezeigt; mit der Munich Show ist er seit seiner ersten Ausstellung bei den Münchener Mineralientagen 1989 eng verbunden.