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Balaenognathus maeuseri

Die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns auf der Munich Show

6. Oktober 2026

Ein einzigartiger Flugsaurier aus den bayerischen Tropen

Auf der Munich Show präsentieren sich in diesem Jahr die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB). Ihre 34 Millionen Objekte helfen den Forscherinnen und Forschern, Zusammenhänge und Prozesse in der Natur besser zu verstehen. Aus dem SNSB Naturkundemuseum Bamberg hat dieses Jahr ein besonders spektakuläres Fossil seinen Weg auf die Messe nach München gefunden: Am Stand B1.p38 in Halle B1 erwartet Sie das Original des Flugsauriers Balaenognathus maeuseri aus der fränkischen Fossilfundstelle Wattendorf.

Während der späten Jura-Zeit, vor etwa 154 Millionen Jahren, lag der Meeresspiegel deutlich höher als heute. Es war tropisch warm, Mitteleuropa war größtenteils von einem flachen Schelfmeer bedeckt, aus dem einige Inseln herausragten. Wattendorf lag in der Nähe einer dieser Inseln, allerdings unter Wasser und etwa 1500 km weiter südlich als heute. An den Stränden und im seichten Wasser lebte eine Vielzahl von Lebewesen. Einige Gruppen, wie Muscheln, Seeigel oder Fische existieren bis heute. Andere, wie zum Beispiel der Flugsaurier Balaenognathus maeuseri, sind lange ausgestorben, für uns ungewöhnlich und besonders relevant zur Rekonstruktion und zum Verständnis jurassischer Ökosysteme.

Seit 2004 gräbt das Team des Naturkundemuseums Bamberg in der nahegelegenen oberjurassischen Fossilfundstelle Wattendorf, immer auf der Suche nach Fossilien als Zeugen dieser Zeit. Der im Jahr 2011 entdeckte Flugsaurier unterscheidet sich deutlich von früheren Funden: Seine langen Kiefer sind mit über 480 kleinen, hakenförmigen Zähnen besetzt und sehen aus wie Kämme. Der Kiefer ist nach oben gebogen wie bei einem Säbelschnäbler. Offenbar hat sich das Tier anders ernährt als andere Flugsaurier: Vor 154 Millionen Jahren watete es durch die flache tropische Lagunenlandschaft der heutigen Frankenalb, saugte winzige Garnelen und Krebse ein und filterte diese dann mit seinen Zähnen heraus. Das Reptil benutzte seinen Schnabel vermutlich, um damit Wasser zu trichtern und dann durch seine Zähne wieder herauszupressen, ähnlich wie heutige Flamingos oder Bartenwale.

Deshalb erhielt das Saurierskelett in der wissenschaftlichen Beschreibung den Gattungsnamen Balaenognathus „Walkiefer“. Seinen Artnamen maeuseri trägt der Flugsaurier zu Ehren des im August 2021 verstorbenen ehemaligen Museumsleiters des Naturkundemuseums Bamberg, Dr. Matthias Mäuser.

Am Stand B1.p38 in Halle B1 haben Besucherinnen und Besucher der Munich Show 2026 die Möglichkeit, dieses einzigartige Fossil im Original aus der Nähe zu betrachten und die aktuelle Forschung der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns kennenzulernen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen, wie ihnen moderne bildgebende Methoden und Techniken helfen, das vergangene sowie das heutige Leben auf der Erde besser zu verstehen.

Kiefer und Zähne von Balaenognathus maeuseri in Normallicht © Helmut Tischlinge

So könnte der Lebensraum des Flugsauriers und seiner Zeitgenossen rund um das fränkische Wattendorf vor rund 154 Millionen Jahren ausgesehen haben. © Joschua Knüppe (Ausschnitt)

Zähne von Balaenognathus maeuseri unter UV-Licht © Helmut Tischlinger